Cookie-Hinweis!
Wir setzen Cookies, um Ihnen besten Service bieten zu können.
Mit dem Besuch unserer Seiten erklären Sie sich mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden.
Datenschutzerklärung!

 
 
 
geraus swch sw

Zusätzliche Betreuungsleistungen nach SGB XI

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Die Zusätzlichen Betreuungsleistungen nach SGB XI werden häufig unter Patienten, Angehörigen und Pflegedienstleistern auch als „Pflegestufe 0" bezeichnet. Der Begriff wird jedoch von den gesetzlichen Leistungsträgern, also von den Pflegekassen, momentan eher nicht verwendet, findet sich aber dennoch immer wieder in der einschlägigen Literatur. Die korrekte Bezeichnung der Leistungen der sogenannten "Pflegestufe 0" lautet:
Zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz (§ 45a, b)

Wer ist anspruchsberechtigt?
Pflegebedürftige – mit oder ohne Pflegestufe – bei denen ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Betreuung und Beaufsichtigung im Sinne einer dauerhaft eingeschränkten Alltagskompetenz gegeben ist. Darunter zählen

  • Pflegebedürftige der Pflegestufe 0
  • Pflegebedürftige der Pflegestufe 1
  • Pflegebedürftige der Pflegestufe 2
  • Pflegebedürftige der Pflegestufe 3
  • Pflegebedürftige der Pflegestufe 3 mit Härtefall

die an Demenz oder einer ähnlichen Erkrankung leiden und dadurch ein erhöhtes Maß an Beaufsichtigung und Betreuung benötigen. Bedürftige der sog. "Pflegestufe 0" haben dabei einen Pflegebedarf, der noch unter 45 Minuten Grundversorgung am Tag liegt.
Ziel des Angebotes der Zusätzlichen Betreuungsleistungen ist es, vor allem den pflegenden Angehörigen persönliche Freiräume von der Pflege bzw. Beaufsichtigung zu schaffen.

Wer prüft den Anspruch?
Auch hier muss der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen (MDK) die eingeschränkte Alltagskompetenz feststellen und deren Ausmaß bewerten. 

Wesentliche Beurteilungskriterien zur Bewertung sind hierbei:

  • Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
  • Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  • Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen
  • Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennen der Situation
  • Im Zusammenhang mit speziellen Situationen unangebrachtes Verhalten
  • Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  • Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  • Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigung des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  • Störung des Tag- und Nacht-Rhythmus
  • Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  • Verkennen von Alltagssituationen und unangemessenes Reagieren in Alltagssituationen
  • Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  • Zeitlich überwiegende Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit 
  • Hoffnungslosigkeit auf Grund einer therapieresistenten Depression

Für Pflegebedürftige mit einem zusätzlichen Betreuungsbedarf erstatten die Pflegekassen auf Antrag Betreuungsleistungen in Form von Pflegesachleistungen. Diese Leistungen werden nicht ausgezahlt, sondern mit in Anspruch genommenen Leistungen (z.B. Seniorenbetreuung in einer Tagespflege) verrechnet.

Der finanzielle Anspruch ist aufgeführt unter dem Thema Sachleistungen bei Leistungen der Pflegekasse.

tipp

Beantragen Sie die Leistung am Anfang des Jahres, da sie anteilig gewährt wird.